Staatliche Museen Kassel   
Katalog der altperuanischen Keramik



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Anthropomorphes Gefäß
Material: Keramik
Maße:
Höhe: 18,5 cm
Durchmesser: Öffnung 5,3 cm
Durchmesser: maximal 14,2 cm
Datierung:
Inka-Kultur, Später Horizont
1438 - 1532 n. Chr.
Herkunft: Peru (Südamerika)
Inv.-Nr.: Am S 45

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Das Gefäß ist oxidierend gebrannt und im oberen Bereich mit roter und cremefarbener Bemalung verziert. Der Hals des Gefäßes ist plastisch in Form eines menschlichen Kopfes gestaltet, der an die Darstellung des "Naymlap" der Chimú-Kultur erinnert (vgl. Inv.-Nr. Am S 4 und Am S 13) und ein Hinweis auf die gegenseitige Beeinflussung dieser beiden Kulturen ist.

Im unteren Teil des Gefäßes ist die Sonne (inti), die Hauptgottheit der Inka, dargestellt. Die Inka verehrten die Sonne nicht nur als höchste Gottheit, sondern auch als Stammvater des Herrscherhauses. Sie wurde meist als große, goldene Scheibe dargestellt und im größten Tempel von Cuzco angebetet. Der mündlichen Überlieferung nach führte der 1. Inka, Manco Capac, der als Sohn des Sonnengottes und als Kulturheros galt, die Sonnenverehrung ein, die sich im Laufe der Zeit zu einer Staatsreligion entwickelte und im Zuge der Expansionspolitik der Inka im ganzen Reich verbreitet wurde. Da nach Ansicht der Inka das Wohlergehen ihres Reiches zu einem großen Teil von der Bewegung der Sonne abhing, wurde diese ständig beobachtet und aufgezeichnet.


Keramikherstellung in Alt-Peru


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